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Menschen

Sven im Interview bei Ivan Blatter

Vor zwei Jahren habe ich auf einem Seminar Ivan Blatter kennengelernt. Ich hatte davor schon längere Zeit seinen Podcast Einfach produktiv rund um das Thema Zeitmanagement gehört und vieles davon gelernt und auch für mich umgesetzt.

Vor einiger Zeit hat er ein zweites Podcast-Projekt Team Performance gestartet und als ich dann neulich mit Ivan in Kontakt war, haben wir über verschiedene Gedanken gesprochen und sind dann schließlich beim Thema persönliche Ziele und Bonussysteme gelandet, zu dem ich ja hier im Blog einen ausführlichen Artikel geschrieben habe. Ivan wollte mehr wissen und so haben wir einen Interview-Termin vereinbart und dann noch über viel mehr Themen als nur Bonussysteme gesprochen.

Vor einigen Tagen hat Ivan das Interview dann als Episode 20 des Podcasts unter dem Titel Konstruktiv unzufrieden  veröffentlicht. Ich freue mich, wenn du dir das Interview anhörst und unten in den Kommentaren ein Feedback gibst oder auch gerne Fragen stellst. Außerdem kann ich nur empfehlen die Podcasts von Ivan zu abonniereb und regelmäßig reinzuhören!

Hier geht’s direkt zum Interview

Sven im Interview bei intrinsify.me

Ich bin schon seit längerer Zeit Mitglied im Netzwerk von intrinsify.me. Mit meinem Unternehmen Pickert & Partner auch Förderer der neuen Wirtschaft. Vor einigen Monaten habe ich auch das lokale intrinsfy.me-Meetup in Karlsruhe gegründet. In diesem Rahmen hat Mark Poppenborg (der gemeinsam mit Lars Vollmer intrinsify.me gegründet hat) mit seiner Kollegin Lena Stiewe ein Interview mit mir geführt.

Im Interview wurde ich zur Geschichte und der Transformation meiner Firma befragt. Ich erzähle im Rückblick, was so alles in der Vergangenheit passiert ist. Weiter geht es mit meiner Motivation zur Veränderung und einer Beschreibung der verschiedenen Schritte, die wir bei Pickert nach und nach gegangen sind. Nach einer Stunde Interview haben wir dann festgestellt, dass es noch mehr zu erzählen gibt und spontan entschieden, eine Fortsetzung aufzunehmen. In diesem zweiten Teil haben wir dann über verschiedene konkrete Vorgehensweisen, Methoden, meine Gedanken dazu und weitere geplante Themen gesprochen.

Bezug zu unserem Buch

Das Interview erschien in zwei Teilen im intrinsify.me-Podcast und wenn dir die Inhalte gefallen, dann kannst du dich auf unser Buch freuen. Wir schreiben diese ganze Geschichte mit meinen dazugehörigen Erfahrungen und den Beiträgen aus der Perspektive von Christian auf, die nicht nur mir, sondern auch dem Leser erklären, warum so viele Dinge in der Vergangenheit schon klar waren, aber nie so richtig funktioniert haben. Ich freue mich natürlich über jede Frage, Kommentar und Beitrag.

Den Podcast von intrinsfy.me kannst du in deiner Podcast-App abonnieren oder die zwei Folgen direkt hier anhören:

Interview mit Sven, Teil 1

Interview mit Sven, Teil 2

Vermeiden statt entdecken – Ein „Qualitäter“ spricht über Fehler in der menschlichen Zusammenarbeit

Die Mitarbeiter der Pickert & Partner GmbH arbeiten jeden Tag an der Vision von einer Welt in der alle Produkte wie erwartet funktionieren. Sie sind davon überzeugt, dass Null Fehler möglich sind. Das hört sich irgendwie komisch an, wenn doch alle Kunden und Partner gerade versuchen eine neue Fehlerkultur zu etablieren. Doch was hat es mit diesem vermeintlichen Widerspruch auf sich?

Können wir beide Perspektiven gewinnbringend miteinander vereinen?

Pickert & Partner entwickelt eigene Softwareprodukte im Bereich Produktionsmanagement (MES), Qualitätsmanagement (CAQ) und Rückverfolgbarkeit (Traceability). Die Mitarbeiter beschäftigen sich jeden Tag damit, wie es ihren Kunden gelingen kann, Qualität zu steigern, weniger Ausschuss zu produzieren und vor allem Fehler zu vermeiden. Dabei folgen Sie dem einfachen Rezept: Vermeiden statt Entdecken. Es geht ihnen darum, bekannte Fehler von vorneherein zu vermeiden und bisher unbekannte Fehlerursachen zu bekannten Fehlerursachen zu machen. So können diese Fehler zukünftig vermeiden werden, anstatt sie erst in der Qualitätsprüfung entdecken zu müssen.

Doch lässt sich das, was sich im Bereich von Produktion und Fertigung so logisch und selbstverständlich anhört, auch auf menschliche Zusammenarbeit übertragen? Wir meinen ja, besser als man meint. Vor allem dann, wenn es uns gelingt unseren Umgang mit Fehlern von klaren, beständigen Prinzipien leiten zu lassen. Denn auch bei menschlicher Zusammenarbeit geht es schlussendlich darum, Fehler zu vermeiden. Was wir dafür benötigen sind offene Debatten über Fehlerursachen, um so unbekannte Fehler zu bekannten Fehler zu machen. Und eine konstruktive Diskussion darüber, wie wir diese Fehler in Zukunft vermeiden können, um deren Konsequenzen nicht mehr entdecken zu müssen.

Und genau hieran mangelt es häufig. Wir reden nicht offen und konstruktiv über die Dinge die schief laufen, sondern suchen nach dem Schuldigen. Haben wir ihn gefunden, dann appellieren wir an seine Sorgfalt oder drohen mit Konsequenzen.

Wenn es um Fehler in der menschlichen Zusammenarbeit geht, dann muss ich unwillkürlich an meinen ehemaligen Klassenlehrer denken der immer wieder sagte: “Einmal ist keinmal, aber zweimal sind zweimal zu viel”. Es geht also nicht darum keine Fehler mehr zu machen. Es geht auch nicht darum, dass Führungskräfte und Manager Fehler tolerieren oder akzeptieren müssen. Sondern es geht darum, offen über Fehlerursachen zu sprechen und diese frühzeitig abzustellen.

Wenn uns dies gelingen soll, dann gibt es ein paar einfache Dinge, die wir tun oder lassen sollten:

  • Wir sollten immer mehr Interesse an der Entwicklung einer Problemlösung haben als an der Klärung der Schuldfrage. Menschen haben ein unglaublich gutes Gespür dafür, ob man in einer Organisation eher gewinnen kann, wenn man eine tolle Lösung findet, oder ob man eher verlieren kann, wenn man einen Fehler macht. Und wir werden ernten was wir säen. Wenn unser Interesse für die Klärung der Schuldfrage sehr groß ist, dann werden wir schon nach kurzer Zeit Mitarbeiter erleben, die äußerst kreativ darin sind, die Ursachen für Probleme zu verschleiern und sich selbst Alibis zu verschaffen. In einem solchen Umfeld braucht es nicht lange, bis gut gemeinte Projektampeln zu Melonenampeln (außen grün und innen rot) mutieren. Aus Sicht des Unternehmens ist es schade, wenn die Mitarbeiter ihre Kreativität für Verschleierung und Alibi-Konstruktionen aufbringen müssen.
  • Wir sollten keine Lösungen für die Probleme und Fehlerquellen anderer suchen und erarbeiten, sondern die beteiligten Personen immer dabei unterstützen selbst Lösungen zu finden. Die gilt insbesondere für Führungskräfte. Wenn eine Führungskraft das Problem eines Mitarbeiters identifiziert und löst, dann ist das in den meisten Fällen gut gemeint. Was aber dadurch passiert, ist nichts anderes als die gröbste Form der Entmündigung und Kritik. Der Mitarbeiter hat nur zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Er kann dem Vorgesetzten aufzeigen, dass dessen Lösung auch nicht so gut ist und so seine Kompetenz und seinen Selbstwert einigermaßen erhalten. Oder er kann die Lösung des Vorgesetzten übernehmen und hat damit gelernt, dass es wohl in den Verantwortungsbereich des Vorgesetzten fällt Fehler zu erkennen und zu beheben.
  • Wir sollten uns immer ernsthaft dafür interessieren, warum Fehler passiert sind oder warum Menschen anders entscheiden als wir selbst. Denn sie tun dies nicht wider besseren Wissens, sondern handeln immer nach ihren besten Möglichkeiten. Meist liegt der Grund in einer anderen Einschätzung der Sachlage, im Fehlen relevanter Informationen oder erscheint ihnen auf andere Weise subjektiv sinnvoll.
  • Wir sollten die Helden, die es schaffen scheinbar ausweglose Situationen zu retten nicht lauter feiern als Personen und Gruppen, die ohne Schwierigkeiten und Eskalationen ans Ziel kommen. Wenn eine Organisation gelernt hat, dass es Helden braucht, dann hat sie auch gelernt, dass es schwierige Situationen braucht. Und wenn sie dazu gelernt hat, dass Helden schwierige Situationen lösen können, dann gibt es kaum mehr einen Grund diese vermeiden zu wollen.

Christian über Sven

Sven ist ein Visionär und Vordenker, nicht nur was die zukunftsweisenden IT-Lösungen angeht, die er mit seinem Team bei Pickert entwickelt, sondern auch bei der Frage wie gute Zusammenarbeit künftig gestaltet sein kann. Agiles Denken und Handeln begreift er nicht als notwenige Anforderung einer sich wandelnden Arbeitswelt, sondern als Chance, die er für sich und seine Mitarbeiter nutzen möchte. Seine größte Stärke ist das frühzeitige Erkennen relevanter Themen, was ihn in die Lage versetzt agieren zu können und ihn davor bewahrt reagieren zu müssen. Diese Eigenschaft macht die Zusammenarbeit mit Sven äußerst konstruktiv und produktiv.

Sven hat schnell verstanden, dass Agilität nicht mit Methoden des Managements eingeführt oder von oben für andere verordnet werden kann. Diese ist der Grundsein für die erfolgreiche Veränderung vom klassischen Management zum agilen Danken und Handeln. So fielen unsere konzeptionellen Ideen, unser Verständnis für menschliches Verhalten und unsere Expertise bei der Gestaltung von Lernprozessen auf fruchtbaren Boden. Alle gemeinsam konnten wir bei Pickert in kurzer Zeit viel erreichen und machen nach wie vor große Schritte.

Mit Sven über die Themen New Work, Agilität und Digitalisierung nachzudenken und neue Impulse in Form von Blog und Buch zu teilen, ist mir eine wahre Freude. Dabei profitiere ich sehr von seinem technischen und strukturierten Blickwinkel. Seine Tatkraft ist ansteckend und inspirierend. Worte wie könnte, hätte oder würde scheinen in seinem Wortschatz nicht vorzukommen – und das ist auch gut so.

Dass wir beide gerne essen und trinken dürfte aus Svens Beitrag über die Zusammenarbeit mit mir bereits bekannt sein. Wo ich mich jedoch auf die Qualität der ortsansässigen Bäcker und Metzger verlasse, da übernimmt er kurzerhand die Patenschaft für ein eigenes Schwein, welches er komplett verwertet und veredelt. Da passt es auch ins Bild, dass er zusammen mit seiner Frau seit kurzem in einer der schönsten Weingegenden Deutschland lebt. Ich hoffe wir erleben noch viele Abende, an denen wir begleitet von Pfälzer Wein, Neapolitanischer Pizza und luftgetrocknetem Schinken aus eigener Herstellung über die neue Arbeit diskutieren.

Sven O. Rimmelspacher, Jahrgang 1968, ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.  Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Pickert & Partner GmbH und seit 1992 im Unternehmen. Anfangs als Entwickler, später als Projektleiter, technischer Leiter und Prokurist. Seit 2006 ist Rimmelspacher Gesellschafter des Unternehmens und wurde zum Geschäftsführer bestellt. Zur gleichen Zeit übernahm er die Leitung von Vertrieb und Marketing. Seit 2009 ist Rimmelspacher als Mehrheitsgesellschafter und vorwiegend für Unternehmensentwicklung und -strategie, Produktmanagement und Forschung verantwortlich.

 

Sven über Christian

Christian habe ich auf einem Kongress zum Thema Industrie 4.0 kennengelernt. Wir kamen über das Thema Mensch im Industrie 4.0-Umfeld ins Gespräch, da ihn als Sozialwissenschaftler das Thema von Natur aus beschäftigt und ich zu dieser Zeit zwei Gedanken dazu hatte. Zum einen war ich zu dieser Zeit noch in einem großen Forschungsprojekt MetamoFAB unterwegs, in dem das Thema Mensch ein ganzes Arbeitspaket war und zum zweiten ich schon damals das unbestimmte Gefühl hatte (heute weiß ich es), dass Industrie 4.0 ohne Agile Organisationen nicht funktionieren kann.

Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und ein Gespräch vereinbart, zu dem wir uns detaillierter austauschen wollten, ob wir vielleicht zusammen irgendetwas in dieser Richtung machen möchten. Als wir uns dann kurze Zeit später getroffen haben, habe ich gemerkt, dass wir uns auf Anhieb sowohl persönlich als auch inhaltlich gut verstanden haben (und das obwohl ich als strukturierter Techniker eher eine angeborene Skepsis gegenüber dieses Berufszweigs hatte! :))

Wie wir also so am Reden waren, kam ich vom der allgemeinen Betrachtung eher auf konkrete Themen, die mich beschäftigten und plötzlich waren wir mitten in der agilen Transformation meines Unternehmens. Der Rest ist heute schon Geschichte und führte letzten Endes auch zum Buch und dieser Website.

Christian versteht es auf für mich unnachahmliche Weise, mir einen Zugang zu den komplexen Systemen Mensch und Organisationen zu vermitteln, was mir schon immer nicht sonderlich leicht gefallen ist. Ich bin mittlerweile knapp 50 Jahre alt und bilde mich schon immer kontinuierlich weiter. Ich hätte aber nie gedacht, dass sich mir ein solch ganzes neues Themenfeld wie die Sozialwissenschaften noch eröffnen könnte (weil ich damit bisher nie etwas anfangen konnte). Ich bin selbst überrascht, wie sehr ich mich in den letzten eineinhalb Jahren verändert habe und dazu hat er einen großen Teil beigetragen. Durch die vielen Gespräche mit ihm (und auch seinem Kollegen Mario) bin ich auch zu dem Schluss gekommen, dass es kein Wunder ist, dass viele Veränderungen die ich in der Vergangenheit bereits angegangen bin, nie so richtig funktioniert haben. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Neben den beruflichen Interessen und den unterschiedlichen Blickwinkeln auf das was wir tun, haben wir uns auch auf anderen Themenfeldern noch getroffen. Auch Christian kümmert sich um gute Lebensmittel, deren Herkunft und gutes Essen, über Reisen und Fußball können wir auch sprechen und so verbringen wir auch gerne außerhalb unserer Unternehmen Zeit miteinander.

Christian Wißmann wohnt mit seiner noch kleinen Familie in Tübingen. Dort arbeitet er als Gründer und Geschäftsführer der ACCENTUS GmbH. Er und seine Kollegen beschäftigen sich mit den Themen New-Work, Organisations- und Personalentwicklung. Gemeinsam unterstützen sie Organisationen aus Wirtschaft und Verwaltung bei der erfolgreichen Bewältigung tiefgreifender Transformations-Vorhaben. Dazu nutzen sie ihre detailreiche Kenntnis zu menschlichem Denken und sozialen Verhalten.
Bevor Christian Wißmann die ACCENTUS GmbH gründete, forschte er an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, mit dem Schwerpunkt auf menschliches Verhalten in informellen Gruppen.
Sehr prägend war die Mitarbeit bei adidas Lateinamerika (Panama) unter Hanna Domiguez und Charlie Maurath – dort lernte er wie viel Verantwortung man zu tragen bereit ist, wenn man Vertrauen erlebt.

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